Neue wissenschaftliche Studie zeigt: Selbst zubereitet schmeckt besser

In einer wissenschaftliche Studie mit 120 Frauen konnte nachgewiesen werden, daß selbst zubereitetes Essen besser schmeckt.

In dieser Studie wurden entweder durch die Teilnehmerin selber oder durch den Studienleiter einfache Milchshakes aus 3 Zutaten gemixt. Jede der Probandinnen mußte das Rezept und die Zutatenliste durchlesen. Obwohl allen Teilnehmern somit das genaue Rezept bekannt war, schmeckte der selbst zubereitete Milchshake den Studienteilnehmerinnen signifikant besser als der fremd-zubereitete.

Die Studie zeigt, daß die reine Information über das Essen (also das genaue Rezept und die Kenntnis der Zutaten) eine notwendige aber nicht ausreichende Bedingung dafür ist, daß das Produkt schmeckt. Eine nur minimale Anstrengung bei der Essenszubereitung erhöhte den Geschmack des Lebensmittels, wobei die Mühe der Zubereitung in diesem Experiment auf das abwiegen und mischen von 3 Komponenten beschränkt war.

Die Wissenschaftler erklären das Ergebnis durch den sogenannten IKEA-Effekt. Leute schätzen selbst geschaffene oder gebaute Gegenstände höher ein als Gegenstände, die von anderen geschaffen wurden, weil sie für deren Herstellung Mühe aufgebracht haben. Zusätzlich schafft diese Mühe auch Belohnung, weil die selbst hergestellten Produkte für das Selbst und für andere Kompetenz signalisieren.
Dohle S, Rall S, Siegrist M. Does self-prepared food taste better? Effects of food preparation on liking. Health psychology dx.doi.org/10.1037/hea0000315

Nochmal ein Blog, der sich mit Lebensmitteln und Essen beschäftigt? Ist das wirklich nötig?

Viele in unserer hektischen Zeit essen werktags in Kantinen, kommen abends gehetzt nach Hause und können gerade noch eine Tüte aufreißen, eine Dose öffnen oder ein Fertiggericht in die Mikrowelle schieben. Aber dieselben Menschen haben ausreichend Zeit, sich mit den technischen Details ihres Smartphones, des Flachbildschirms, des Computers oder des Autos auseinanderzusetzen.
Während die Kochsendungen im Fernsehen blühen, gibt es immer weniger Menschen, die noch richtig kochen können. Während man sich die Kochsendung ansieht, werden Fertigpizza, Burger, Döner, Riegel oder Chips konsumiert und gleichzeitig kocht der Fernsehkoch in der gleichen Zeit, die das Erwärmen des Convenience Foods gekostet hat, aus frischen Lebensmitteln eine frisch zubereitete Mahlzeit. Zugegeben, auch ich bin hin und wieder auf die Versprechungen der Lebensmittelindustrie herein gefallen und habe mich überreden lassen, ein Fertigprodukt zu kochen. Nur, um dann festzustellen, daß ich in derselben Zeit genau so gut auch ein frisch zubereitetes Essen hätte kochen können…
Die Tiefkühltruhe und die Mikrowelle sind Küchengeräte, die unbedingt ihren Platz in unseren Küchen verteidigen müssen. Aber nicht zum Lagern und Erwärmen von Fast Food, nein, um selber gekochte Speisen vorrätig zu halten und dann bei Bedarf auch schnell auf den Tisch zu bringen. Wie viele Gerichte schmecken erst dann gut, wenn man größere Mengen kocht! Und dann lassen sich die überschüssigen Portionen leicht einfrieren und bei Bedarf wieder erwärmen. Und um wieviel billiger als die Fertiggerichte sind die selber gekochten Speisen!

Durch Convenience Food haben viele den Bezug zum Essen verloren, sie müssen sich darauf verlassen, dass das, was sie da fertig kaufen, auch gut ist. Bei den Deutschen herrscht aber sehr wenig Vertrauen der Lebensmittelindustrie gegenüber. Daraus resultiert eine Angst vor Nahrungsmitteln, die seit Jahrtausenden auf unserem Speiseplan stehen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien boomen regelrecht. Wir produzieren unsere Lebensmittel nicht mehr selbst und haben uns dadurch von unserem Essen entfremdet.